2013-07, Windows 2008 Hardware Independend Restore

Jeder der bereits eine Datensicherung wiederherstellen musste weiß, daß die Datensicherung nur ein Teil der Geschichte ist. Es müssen regelmäßig Testwiederherstellungen durchgeführt werden. Dies dient einmal dazu das Backup auf Funktionsfähigkeit zu prüfen, sowie selbst in den Schritten der Wiederherstellung fit zu bleiben. Diese Anleitung beschreibt eine Wiederherstellung unter Microsoft Hyper-V 3 auf einem Windows 8 Professional.

Schrittweise Wiederherstellung von Windows 2008 auf einer anderen Hardware (Hyper-V 3)

Wiederherstellung unter Verwendung von Hyper-V 3 auf einem Windows 8 Professional.
– Installieren Sie die Hyper-V Rolle und folgen Sie den weiteren Anweisungen
– Öffnen Sie den Hyper-V Manager
– Erstellen Sie eine neue VM auf einem Datenträger mit genügend Platz
Vergeben Sie, mindestens, die gleiche Menge RAM wie im Originalsystem.
Die Netzwerkkarte braucht nicht verbunden zu sein, wir müssen später eh noch was ändern.
Erstellen Sie einen Datenträger an einer Stelle mit genügend Platz. Als Größe dieses Datenträgers verwende ich das Doppelte des Originals. Da es sich um einen dynamischen Datenträger handelt wird glücklicherweise nur die Datenmenge belegt, die auch nur gebraucht wird.
Diese Einstellungen verändere ich nicht. Die ISO-Datei des Betriebssystems wird später angefügt.
Die Zusammenfassung der neuen VM.
Öffnen Sie die Eigenschaften, der eben erstellten VM. Verwenden Sie so viele CPU wie im Original.
Fügen Sie eine neue Hardware hinzu (Ältere Netzwerkkarte) und verbinden Sie diese mit Ihrem Netzwerk. Im RecoveryModus versteht Windows 2008 die modernere Version leider nicht. Auf diese Art und Weise sparen wir uns umständliches hantieren mit Treibern.
Binden Sie die ISO-Datei des Betriebssystems ein und beenden Sie mit OK.
Verbinden Sie sich mit Ihrer VM und starten Sie diese.
Da wir eine leere Festplatte in dieser VM haben, bootet Windows automatisch vom ISO. Klicken Sie auf Weiter.
Klicken Sie für die Wiederherstellung auf „Computerreparaturoptionen“.
Da der Wiederherstellungsmodus kein vorhandenes Betriebssystem auf einem leeren Rechner finden kann, klicken Sie auf „Weiter“.
Jetzt sind wir bei der vollständigen Wiederherstellung des Rechners angelangt.
Auf einem leeren Rechner wird die Wiederherstellung auch keine vorhandene Sicherung finden, also abbrechen.  
Über den markierten Punkt können wir die Daten einer Sicherung aus dem Netzwerk beziehen.
Klicken Sie im Fenster (unten links) auf erweitert. Es öffnet sich der Netzwerkdialog (oben rechts) und wir sagen der Wiederherstellung, dass wir eine Sicherung im Netzwerk liegen haben. Bestätigen Sie die darauf folgende Meldung. Windows sucht jetzt, per DHCP, nach einer IP-Adresse.
Jetzt sollte Windows versuchen eine IP-Adresse zu erhalten
Wenn Windows eine IP-Adresse erhalten hat, müssen Sie den Sicherungsort der vorhandenen Datensicherung angeben. Geben Sie den Ordner an, in dem sich der Ordner „WindowsImageBackup“ befindet.
Hier zur Übersicht der Netzwerkspeicherort
Falls eine Anmeldung erforderlich ist, geben Sie die notwendigen Zugangsdaten an.
Markieren Sie die erkannte Sicherung und klicken Sie auf weiter.
Markieren Sie den oder die Datenträger, die wiederhergestellt werden sollen.
Schauen Sie sich an, was sich hinter den 3 Schaltflächen verbirgt. Über die Schaltfläche „Erweitert“ deaktivieren Sie den automatischen Reboot.
Die Zusammenfassung schließen wir mit „Fertig stellen“ ab.
Natürlich kommt zum Schluss noch eine Abfrage ob wir uns dessen sicher sind.
Hier eine etwas erweiterte Darstellung des Kopiervorgangs
Hier die Darstellung, was zeitgleich auf meinem Lappi passiert.
Das passiert derzeit auf meiner Festplatte.
Die Festplattendatei der VM wächst, als dyn. HDD, mit den kopierten Daten mit.
JETZT NICHT NEU STARTEN!
Falls Sie eine Testwiederherstellung durchführen wollen und das Originalsystem noch läuft, denken Sie bitte daran, dass Windows auch per Rundspruch kommuniziert. Das wiederhergestellte System darf sich jetzt auf keinen Fall im gleichen Netzwerk befinden wie das Original! Rekonfigurieren Sie im einfachsten Fall die virtuellen Netzwerkkarten auf ein privates Netzwerk, welches keine Verbindung in Ihr Produktivnetzwerk besitzt.
Entfernen Sie das ISO aus der virtuellen Maschine (  🙂 ) und starten Sie die VM neu. Jetzt warten Sie bis Windows sich beruhigt hat.
Nach erfolgreicher Anmeldung installieren Sie die aktuelle Version der Windows-Integrationsdienste für Hyper-V.
Nach der Installation der Integrationsdienste deaktivieren Sie die „ältere Netzwerkkarte“ und vergeben an der anderen Netzwerkkarte eine feste IP-Adresse. Entfernen Sie das eingelegte ISO und starten Sie die VM neu.Jetzt müssen Sie nur noch warten, dieser Start kann ebenfalls etwas länger dauern. Wenn die, als VM, wiederhergestellte Datensicherung sauber läuft sollten Sie diese möglichst bald herunterfahren und eine Kopie davon anfertigen. Dies gilt natürlich nur für eine Wiederherstellung nach einem Ernstfall, wenn der eigentliche Server nicht mehr verfügbar ist. Bei einer Testwiederherstellung ist es jetzt Ihre Aufgabe, die aufgetretenen Fehler zu analysieren und zu dokumentieren.

 

Stolperfallen bei dieser Vorgehensweise

Seit der Einführung von Hyper-V, sind die Integrationsdienste in Windows Server bereits aktiv. Die Aktualität dieser Dienste ist eine andere Frage. Eine Wiederherstellung unter Hyper-V sollte dadurch kein großes Problem darstellen. Wenn Sie diese Wiederherstellung allerdings auf einem anderen physikalischen Server durchführen, ist ein BSOD leider im Bereich des möglichen. In den meisten Fällen liegt es an nicht aktivierten Treibern, falls Sie Standardhardware verwenden oder an fehlenden Treibern, falls Sie besondere Hardware einsetzen.

Lösungsansätze finden sich hier:

http://www.administrator.de/forum/image-sicherung-zur%C3%BCckspielen-endet-im-bluescreen-173344.html
http://www.mcseboard.de/topic/177064-bare-metal-restore-ergibt-bluescreen/
http://social.technet.microsoft.com/Forums/windowsserver/en-US/b4d45d9d-4c90-4ab0-ae38-f1257ce9c608/windows-7-server-2008-r2-bare-metal-restore-0x0000007b-stop-error
http://www.minasi.com/forum/topic.asp?TOPIC_ID=31980

 

Die zweite, mir bisher bekannte Möglichkeit, taucht nur bei Domänencontrollern auf. Ein Bluescreen mit dem Hinweis, dass Active Directory nicht gestartet werden konnte. Christoph Distefano löst dieses Problem auf folgende Weise in seinem BLOG.

 

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